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Werden mit einem einfachen Migräne Piercing Kopfschmerzen wirklich besser? Ich habe mir ein Daith Piercing stechen lassen: Das ist meine Erfahrung!

Kopfschmerzen kennen wir alle. Sie können Menschen jeden Alters treffen. Meistens helfen Hausmittel gegen Kopfweh ganz gut. Auch Tabletten sind eine Möglichkeit, um dem pochenden Kopf ein Garaus zu machen.

Aber es gibt auch Kopfschmerzen, die ständig auftreten. Sie halten sich hartnäckig über viele Jahre. Man nennt sie Migräne.

Neben Schmerzen, können auch Sehstörungen und sogar starker Schwindel Symptome davon sein.

Du erfährst in diesem Beitrag,

Ich hab mindestens 2x pro Monat Migräne. Mein Kopf pocht. Alles schmerzt und ich würde mich am liebsten verkriechen. Was oft hilft ist eine Kopfschmerztablette. Aber das kann doch auch keine dauerhafte Lösung sein.

Vor Kurzem habe ich etwas von einem Migräne Piercing gehört. Es soll dabei helfen nervige Kopfschmerzen loszuwerden. Aber was ist wirklich dran an dem Piercing gegen Migräne?

Es klingt ja ehrlich gesagt ein wenig zu einfach, um wirklich wahr  zu sein. Aber als jemand, der ständig von Migräneattacken betroffen ist, klammert man sich auch an diesen Strohhalm.

Aber was ist Migräne eigentlich und wie entstehen die Kopfschmerzen?

Migräne ist ein Kopfschmerz, der in unregelmäßigen Abständen immer wiederkehrt. Einige Personen haben 1-2x pro Jahr Migräne. Andere sogar wöchentlich und jene, die besonders stark betroffen sind sogar täglich darunter.

Der Kopf schmerzt pulsierend, pochend oder stechend. Sehr häufig tritt das Kopfweh einseitig auf. Es kann sich aber später auf beide Seiten verlagern oder von einer Seite zur anderen wandern.

Migräne Piercing im Selbstversuch

Es gibt Migräneattacken, die wenige Stunden dauern. Andere bis zu drei Tage.

Betroffene leiden meist auch an Appetitlosigkeit, Übelkeit, Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit. Jede Bewegung verschlimmert die Symptome. Manchmal kommt auch eine sogenannte Aura hinzu. Dann kann es am ganzen Körper kribbeln oder man sieht Lichtblitze.

Rund 12 bis 14% aller Frauen und 6 bis 8% der Männer leiden in Deutschland an Migräne.

Ärzte verschreiben Tabletten. Jede Menge davon. Ich habe schon viele probiert. Einige wirken sogar sehr gut. Aber dauerhaft möchte ich nicht Tabletten nehmen müssen. Das kann doch einfach nicht gesund sein.

Migräne Piercing die schnelle Hilfe?

Die folgenden Zeilen spiegeln meine Erfahrung wieder. Das ist kein Aufruf, dass du dir auch ein Daith Piercing stechen lässt! Wiege die Vor- und Nachteile für dich selbst ab und lass dich bei einem Arzt beraten!

Migräne Piercings werden auch „Daith Piercing“ genannt. Und eigentlich ist das Prinzip ganz einfach. Ein Migräne Piercing ist ein ganz normaler Ohrstecker. Was ihn allerdings von einem normalen Ohrschmuck unterscheidet, ist die Position.

Der Stecker wird nämlich an einem ganz bestimmen Punkt im Ohr angebracht. Genau gesagt wird es durch die innerste Wölbung der Ohrmuschel, direkt neben dem Gehörgang gestochen. Hier ist ein Akupunkturpunkt.

Daith Piercing gegen Migräne

Wird dieser Punkt gereizt, schüttet unser Körper entspannende und schmerzlindernde Botenstoffe aus. So sollen Kopfschmerzen und Migräne besiegt werden.

Akupunkturpunkte sind in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange bekannt. Man kennt sie aber eher von normalen Akupunktursitzungen, bei denen kleine Nadeln zum Einsatz kommen. Diese werden allerdings wieder entfernt.

Das Migräne Piercing bleibt dauerhaft im Ohr.

Je nach dem an welcher Seite des Kopfs die Migräne auftritt oder ob du Cluster Kopfschmerzen hast, ist es sinnvoll das Piercing nur auf einer oder auf beiden Seiten zu setzen. Das erklärt mir meine Piercerin vor dem Stechen.

Danach misst sie die Akupunkturpunkte im Ohr aus. Und schon geht’s los.

Direkt nach dem Migräne Piercing stechen, sollen die Kopfschmerzen besser werden.

Für alle, die keine Fans von Piercings sind, gibt’s auch eine gute Nachricht: Das Migräne Piercing wird im Ohr angebracht. Man sieht es deshalb kaum.

Was gegen das Daith Piercing spricht

Du musst wissen, dass es sich dabei nicht um ein medizinisches anerkanntes Verfahren handelt! Viele Betroffene berichten aber von einer klaren Linderung der Migräne.

Ganz anderer Meinung ist die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). In einer Stellungnahme steht: „Das Verfahren beruht auf keiner nachvollziehbaren pathophysiologischen Grundlage“. Besonders kritisch sieht die Fachgesellschaft die gesundheitlichen Risiken. Im Bereich des Ohrknorpels kann es nämlich zu einer verzögerten Wundheilung kommen. Auch Infektionen sollen häufiger auftreten.

Daher rät die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft von Migräne Piercings ganz klar ab.

Ich muss gestehen, dass ich mit Skepsis zu meinem Migräne Piercing Termin gegangen bin. Aber ganz ehrlich: Was hab ich denn zu verlieren? Von einem Migräne Piercing abzuraten ist einfach, wenn man selbst noch nie unter ständig andauernden Kopfschmerzen gelitten hat.

Du solltest aber auf keinen Fall all deine Hoffnungen in ein Piercing gegen Migräne setzen. Bei einigen wirkt’s, bei anderen nicht.

Meine Erfahrung mit dem Migräne Piercing

Da steh ich nun mit einigen Beiträgen aus Foren, die von einem Ohrstecker berichten, der Kopfschmerzen verschwinden lässt. Nach zwei Tagen hin- und herüberlegen habe ich den Entschluss gefasst: Ich möchte es mit dem Migräne Piercing versuchen.

Migräne Piercing Daith gegen Kopfschmerzen

Schließlich habe ich nichts zu verlieren. Und ein Ohrstecker mehr oder weniger fällt gar nicht auf 🙂 Außerdem muss ich gestehen, dass mir dieses Piercing schon länger gefällt. Ich hätte es mir früher oder später wahrscheinlich sowieso machen lassen. Zumindest hat die Migräne also etwas Positives.

Daith Piercing stechen lassen – Tut das weh?

Ich hatte schon ziemlich große Angst vor dem Stechen. Man liest unterschiedliche Meinungen – von harmlos bis hin zu sehr schmerzhaft.

Aber der Wunsch nach Linderung ist größer als die Angst. Mit wackelnden Knien sitze ich also auf dem Piercing-Stuhl. Meine Piercerin nimmt mir die Angst, indem sie mir eine Salbe anbietet. Diese soll angeblich betäubend wirken und den Schmerz erträglicher machen. Ja, immer nur her damit 🙂

Allerdings kenne ich die Wirkung solcher Salben und die ist meist nicht allzu doll. Dann erklärt sie mir, wie das piercen abläuft. Hätte sie mir das mal lieber nicht erklärt.

Es gibt zwei Möglichkeiten – das bekannte Stechen mit einer Nadel und das Ausstanzen eines Loches… ja, richtig gelesen.

Bei der zweiten Methode wird mit einer Hohlnadel ein Stück Knorpel herausgestanzt, ähnlich wie mit einem Locher. So erklärt es mir die nette Piercerin.

Ich schiebe meine Schweißausbrüche nun auf das warme Wetter 🙂

Als sie zur Tat schreitet, rutscht mir fast das Herz in die Hose. Meine Hände umklammern die Stuhllehne. Ein kleiner Pieks kündigt den großen, erwarteten Schmerz an. Doch dann…nichts.

„Fertig, du hast es geschafft.“ Wie bitte? Bis auf einen kleinen Druck habe ich fast gar nichts gespürt. Ich dachte schon, die gute Dame veräppelt mich. Doch als sie die blutigen Tupfer aus dem Ohr nimmt, glaube ich ihr dass da was passiert ist. Nach ein paar Minuten und einer Pflegeanleitung später war alles vorbei. Sie sagt mir noch zum Schluss, dass dieses Piercing eher eines der schmerzhaftesten ist. Gut, dass sie das erst jetzt sagt.

Ich kann also von meiner Seite aus sagen, dass es gar nicht weh tut. Das ist aber natürlich bei jedem anders. Das Schmerzempfinden ist individuell und hängt auch davon ab, ob und welche Betäubungssalbe verwendet wird.

In den nächsten Stunden schmerzt mein Ohr dann doch ein bisschen. Ist aber auf jeden Fall gut auszuhalten. Nur in der Nacht wache ich von Schmerzen geplagt auf – ups, ich hab mir während dem Schlafen voll ins Ohr gegriffen. Dann ist es auch kein Wunder.

Die nächsten Tage verlaufen ebenfalls sehr schmerzfrei. Gott sei dank!

Wie fühlt sich das Piercing gegen Migräne an?

Während dem Stechen fühlt man neben einen leichten Grundschmerz auch einen Druck auf dem Ohr. Der vergeht im Laufe des Tages allerdings sehr schnell. Ansonsten ist der kleine Stecker sehr unauffällig.

Durch die Positionierung spürt und sieht man ihn kaum. Nur bei der Verwendung von Ohrstäbchen und In-Ear Kopfhörern muss man etwas aufpassen.

In den ersten Monaten ist der Piercing-Stab noch etwas länger. Es kann nämlich sein, dass der Knorpel anschwillt. Dann kann er aber gegen einen kürzeren eingetauscht werden. Auch funkelnde Steine sind möglich 🙂

Richtig schick sieht es allerdings aus, wenn man einen schönen Ring als Piercing verwendet. Darauf freue ich mich schon riesig – dann sieht man das Piercing auch mehr.

Leider muss man aber 9 bis 12 Monate darauf warten. Das Piercing muss vollständig verheilt sein, um einen Ring einsetzen zu können. Das liegt daran, dass die Krümmung des Ringes stärker ist als die des Stabes und den Wundkanal dadurch reizt.

Wie schnell heilt das Migräne Piercing ab?

Das ist leider auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Grundsätzlich heilt das Piercing leider nur sehr langsam ab. Das kommt daher, dass ein Knorpel nur schlecht durchblutet ist. Und das wiederrum wirkt sich auf die Wundheilung aus. Hier heißt es also Geduld haben.

Meine Piercerin rät mir, anfangs den Wundkanal 2x täglich mit einer desinfizierenden Lösung zu säubern. Nach ein paar Wochen sollte man das Piercing genau beobachten.

An Knorpeln bildet sich gerne sogenanntes Wildfleisch. Aber glaub mir, google das lieber nicht. Sieht ganz schön unappetitlich aus. Aber mit speziellen Lösungen aus der Apotheke kriegt man das Problem schnell in den Griff.

Nach allerspätestens 9 bis 12 Monaten sollte das Piercing verheilt sein. Dann kannst du dir auch einen hübschen Ring einsetzen lassen.

Hilft das Piercing gegen Migräne wirklich?

Woche 1: Ich hatte schon während dem Piercen leichte Kopfschmerzen. Nach dem Piercen waren diese Weg – ich schob das aber eher auf der Angst vorm Piercen.

Woche 2: Auch in der weiteren Woche hatte ich nur einmal leicht Kopfweh. Gut auszuhalten. Seltsamerweise nicht rechts wie immer, sondern links. Da wo ich nicht gepierct bin. Ich glaube aber auch hier an Zufall. Ich bin gespannt auf die nächsten Wochen, vor allem auf die Woche vor meiner Regel. Da habe ich besonders gerne Migräne.

Woche 3: Jetzt hat sie doch zugeschlagen. Am Wochenende leichte Kopfschmerzen und dann montagsmigräne. In der Früh aufgewacht mit pochenden Schmerzen auf der Seite, wo das Piercing gestochen wurde. Aber der Anfall verging recht schnell wieder. Das Ende des Daith Piercings? Nein, ich gebe die Hoffnung noch nicht auf.

Woche 4-5: Seit dem Piercen ist nun mehr als ein Monat vergangen. Ich bin noch relativ unentschlossen. Mir kommt es so vor, als ob meine Migräne Attacken leichter geworden sind. In den 5 Wochen hatte ich nur eine Attacke. Früher hatte ich viel mehr davon, diese sind jetzt leichten Kopfschmerzen gewichen.

Ich würde sagen, dass mir das Piercing gegen Migräne insgesamt gut geholfen hat. Es hat die Migräne Attacken in einfache Kopfschmerzen umgewandelt. Und das ist für mich schon mal ein riesen Erfolg!

Mein Fazit

Auch wenn es wissenschaftlich nicht anerkannt ist, ist ein Migräne Piercing meiner Meinung nach einen Versuch wert. Allerdings musst du dir natürlich der Risiken bewusst sein.

Ganz weg sind meine Migräne Attacken nicht. Aber sie sind leichter und seltener geworden.

Rein optisch fällt das Daith Piercing gar nicht auf, wenn man einen ganz einfachen Stecker wählt. Wer möchte, kann ihn nach einiger Zeit natürlich auch durch schönere Piercings ersetzen. Ich freue mich schon auf ein kleines Herzchen in meinem Ohr 🙂

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