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Vegane Ernährung wird ein immer größeres Thema. Mit steigender Popularität wachsen auch die Mythen um den Ernährungsstil ohne tierische Produkte. Was dran ist, erfahrt ihr hier.

Immer mehr Menschen ernähren sich vegan. Das bedeutet, dass sie auf jegliche tierische Produkte verzichten. Das schließt neben Fleisch, Fisch und Milch(-produkten) auch Eier und Honig mit ein.

Seither wird die vegane Ernährung heiß diskutiert. Die einen lieben sie. Die anderen halten Veganer schlicht für seltsame Pflanzenesser. Und meinen, dieser Ernährungsstil sei ungesund und unnatürlich.

Wer wissen will, welche Vorurteile rund um die vegane Ernährung existieren, kann beim nächsten Grillfest in die Runde fragen. Es wird euch überraschen, wie wenig sich die Antworten unterscheiden.

Ob es sich dabei um Stammtischparolen oder wahre Aussagen handelt, erfahrt ihr hier. Wir haben uns die 9 größten Mythen zur veganen Ernährung angeschaut. Und erklären euch, was wirklich dran ist!

Die 9 größten Mythen über vegane Ernährung

Ist vegane Ernährung sinnvoll oder total überbewertet? Lest selbst! 🙂

1. Vegan ist unnatürlich

„Vegane Ernährung ist wider der Natur des Menschen. Tierische Produkte sind normaler Bestandteil unserer Ernährung und sollten deshalb ein fester Bestandteil der ausgewogenen Ernährung sein.“

Wir neigen oft dazu unsere Gewohnheiten als „natürlich“ zu empfinden. Das, was wir schon immer gemacht haben, ist normal und natürlich. Wir vergessen dabei nur, dass der Mensch sich seit seiner Existenz durch Anpassung und Änderung weiterentwickelt hat.

Wir sind nicht mehr auf eine tierische Ernährungsweise angewiesen. Sie muss uns nicht das Überleben sichern. Und ein schneller Blick hinter die Bedingungen in der Tierhaltung hilft, die romantische Vorstellung von glücklichen Tieren auf weiten Weiden zu entzaubern.

vegane Ernährung Mythos

Denn leider ist das Leben unserer „Nutztiere“, alles andere als natürlich. Sie sind eigens gezüchtete Produkte. Für unseren Bedarf. Werden sie nicht mehr gebraucht, so werden sie entsorgt. Das sind allein 50 Millionen männliche Küken in Deutschland jährlich!

Auch nach unseren Bedürfnissen modifiziert, dafür aber wesentlich natürlicher sind Obst, Gemüse, Kräuter und Samen. Diese bekommt ihr in BIO-Qualität in mittlerweile fast allen Supermärkten zu kaufen.

Wer noch etwas Platz im Garten oder auf dem Balkon hat, kann sogar selbst anbauen. Wie das geht, erfaht ihr zum Beispiel hier: Erdbeerturm selber bauen: In nur 4 Schritten zur DIY Erdbeersäule.

2. Vegane Ernährung ist nur ein Trend

„Wer sich vegan ernährt, schließt sich einer Modeerscheinung an. Aktuell ist es total im Trend auf Fleisch oder tierische Produkte zu verzichten. Wenn hier der Höhepunkt erreicht ist, kehrt sich die Entwicklung eh wieder um.“

Veganismus boomt. Pro Tag kommen allein in Deutschland 2000 Vegetarier und 200 Veganer hinzu. Vielleicht ist euch auch schon mal aufgefallen, dass immer mehr Restaurants und Cafés vegane Speisen anbieten. Die Möglichkeiten sich vegan zu ernähren, rücken aus ihrem Nischen-Dasein hervor.

vegane Ernährung Trend

Eine Ernährungsumstellung kann man nicht mit einer Trenderscheinung gleichsetzen. So eine gravierende Änderung bedarf Recherche, Überlegungen und das Ablegen alter Gewohnheiten.

Viel mehr steckt bei vielen Veganern ein Wandel im Bewusstsein für Gesundheit und Umwelt sowie den eigenen moralischen Werten dahinter. Das dieser Trend so out wird wie chinesische Tattoos, ist nicht zu erwarten. Zahlen und Fakten zur Entwicklung des Veganismus gibt es viele.

3. Veganer leiden unter Mangelerscheinungen

Vegane Ernährung liefert nicht genügend Nährstoffe und Mineralien. Wie soll der Mensch ohne Fleisch an Eisen kommen? Oder seinen Calciumbedarf ohne Milch decken? Ganz zu schweigen von Vitamin B12, welches nur über Fleisch aufgenommen wird.“

Zu wenig Eisen erzeugt einen Sauerstoffmangel im Blut. Das führt unter anderem Konzentrationsschwächen oder Kopfschmerzen. Doch nicht nur rotes Fleisch ist eisenhaltig. Auch Pflanzen sind gute Eisenlieferanten, sogar mehr als Rindfleisch (3 mg in 100 g).

Frauen sollten täglich 15 mg Eisen zu sich nehmen. Bei Männern liegt der Bedarf etwa bei 10 mg. Pflanzliches und tierisches Eisen werden unterschiedlich verwertet, dennoch haben Veganer kein höheres Risiko einen Eisenmagel zu erleiden.

Lebensmittel* Eisengehalt auf 100 g
Kurkuma 41,4 mg
Sesam 14,5 mg
Kürbiskerne 14 mg
Buchweizen 8 mg
Linsen 8 mg

*Infos zum Eisengehalt weiterer Lebensmittel gibt es hier.

Calcium hingegen ist kein Bestandteil von Kuhmilch. Stattdessen ist es ein Mineral, dass im Boden vorkommt. Es hat also einen pflanzlichen Ursprung. So enthalten Sesam, Mandeln, Haselnüsse, Grünkohl, Rucola oder Feigen sogar mehr Calcium als Kuhmilch.

Bei Vitamin B12 ist es ähnlich. Tiere nehmen dieses Vitamin durch die Bakterien im Boden auf. Da viele Produktionsbedingungen wenig natürlich sind, haben auch Nutztiere häufig einen Mangel. Die Vitamin B12 Thematik betrifft also nicht nur Veganer und Vegetarier.

Wer ganz auf Fleisch verzichtet, sollte dennoch unbedingt Vitamin B12 supplementieren. Das geht mit Tropfen, Lutschpastillen oder kleinen Drops zum Einnehmen. Wer seine Werte regelmäßig vom Arzt überprüfen lässt, ist auf der sicheren Seite.

4. Pflanzen haben auch Gefühle

„Veganer haben eine seltsame Doppelmoral. Sie wollen keine tierischen Produkte essen, weil diese unter Leid und Ausbeutung erzeugt werden. Aber genüsslich in Pflanzen beißen. Die haben doch auch Gefühle!“

Diese Aussage ist ein ganz großer Schwachsinn und absolut falsch. Tiere haben wie Menschen ein zentrales Nervensystem. Es sorgt dafür, dass wir Trauer, Angst und Freude empfinden und angemessen darauf reagieren können.

vegane Ernährung Mangel

Schmerz löst bei uns Menschen sowie bei Tieren einen Reiz aus, der uns in den „fight/flight-Modus“ (fliehen oder kämpfen) versetzt. Während also Tiere sich wehren oder wegrennen, sieht man das in der Pflanzenwelt äußerst selten.

Das liegt daran, dass Pflanzen kein zentrales Nervensystem haben. Und kein Gehirn, um Neuronen zu verarbeiten und adäquat zu reagieren. Sie empfinden also kein Schmerz oder Leid. Und können deshalb ohne moralische Bedenken gegessen werden.

5. Vegane Ernährung ist ungesund

„Veganer haben nicht nur Mangelerscheinungen sondern leben sogar ungesund. Die unzähligen abgepackten Ersatz- und Fertigprodukte sind künstlich hergestellt und schädlich.“

Ob sich ein Mensch gesund oder ungesund ernährt, hängt eher mit seinem Lebensstil als der Ernährungsweise zusammen. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung gibt es sowohl unter Fleischessern als auch bei Vegetariern und Veganern.

Das gleiche gilt natürlich für die umgekehrte Sichtweise. Wer sich von vielen Fertigprodukten ernährt, raffinierten Zucker und Junk Food in sich hineinschaufelt, lebt ungesund. Egal ob Veganer oder nicht.

vegane Ernährung ungesund

In Studien wurde herausgefunden, dass vegane Fleischersatzprodukte ebenfalls schlechte  gesättigte Fettsäuren, Salz und Zucker enthalten. Also keinesfalls gesund sind. Aber halt auch nicht ungesünder als normale Fleischprodukte.

In der Regel kennen sich Veganer gut mit Ernährung aus und haben ein gutes Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise. Auf den Teller kommen – neben Obst und Gemüse – also auch getreideartige Pflanzen (Quinoa, Amaranth, Dinkel, Hirse oder Buchweizen).

Ebenfalls fester Bestandteil sollten Samen, Kerne und Nüsse sein sowie frische Kräuter. Und natürlich können auch Reis, Kartoffel und Nudeln (ohne Ei) weiter verzerrt werden. Fehlt die Inspiration? Schaue mal hier: Vegane Kichererbsen Bratlinge mit Süßkartoffel.

6. Soja ist ungesund und zerstört die Umwelt

„Sich vegan zu ernähren, bedeutet viele Sojaprodukte wie beispielsweise Tofu zu sich zu nehmen. Das ist unverantwortlich für die Umwelt und ebenfalls schrecklich für unsere Gesundheit.“

Nicht alle Veganer essen Sojaprodukte. Das ist eher Geschmackssache. Ich persönlich mag Tofu oder Sojaprodukte nicht und verzichte deshalb darauf. Notwendig ist das allerdings nicht.

Denn Soja ist viel gesünder als es oft angenommen wird. Die Bohnen enthalten eine Vielzahl an essentiellen Aminosäuren. Zudem senken sie das Risiko an Brust- oder Prostatakrebs zu erkranken. Und Brüste bekommt man dadurch übrigens auch nicht, falls ihr das mal gehört haben solltet. 😉

vegane Ernährung Soja

Zudem ist Gen-Soja in der EU gesetzlich verboten. Anders sieht es beim Tierfutter aus. Tiere bekommen fast ausschließlich das genmanipulierte Soja zu fressen. Und das – Überraschung! – nehmen wir durch den Verzehr von tierischen Produkten auf.

Der Anbau von Soja verschlingt minütlich riesige Flächen Regenwald. Allerdings nicht um hungrige Veganer happy zu machen. Denn mehr als 80% der Sojaernte wird für die Massentierhaltung benötigt.

Übrigens:

50% der weltweiten Getreideernte werden für die Massentierhaltung als Futtermittel verwendet. Und das, obwohl aktuell 800 Millionen Menschen weltweit Hunger leiden.

7. Vegane Ernährung bedeutet Verzicht

„Wer sich vegan ernährt, muss auf Vieles verzichten. Ohne die tierischen Produkte wird die Ernährung sehr einseitig. Insbesondere der Verzicht auf leckere Dinge wie Schokolade oder einen ordentlichen Burger ist nicht nachvollziehbar. „

Diese Aussage stimmt ein bisschen. Denn vegane Ernährung bedeutet erstmal, auf tierische Produkte zu verzichten. Kein Fleisch, kein Fisch. Ein Leben ohne Milch, Käse, Eier und Honig. Da bleibt ja eigentlich nicht mehr viel übrig zum Essen.

Und genau hier liegt der Denkfehler. Denn fast alle tierischen Produkte lassen sich mittlerweile ersetzen. Die Fleischregale sind voll von veganen Alternativen – die halt nicht super gesund, aber nicht schlechter als das Original sind.

Vegan essen Verzicht

Doch auch sonst ist die Ernährung ohne Fleisch und Co. ziemlich simpel. Milch kann durch leckere Mandelmilch oder Alternativen aus Hafer, Soja oder Reis ersetzt werden. Agavendicksaft oder Ahornsirup schmecken mir besser als Honig.

Wer sich vegan ernährt, hat sich in den meisten Fällen sehr genau mit der Ernährung auseinander gesetzt. Dadurch stößt man leicht auf neue Rezepte und Kreationen, die viel Abwechslung auf den Teller bringen. Wie Gemüsecurry mit Mango-Bananen-Reis und Ananas-Endivien-Salat.

Ich ernähre mich seit 3-4 Monaten fast ausschließlich vegan und koche wesentlich  abwechslungsreicher als jemals zuvor. Mein Lieblingskochbuch findet ihr im Link unten. Und auch meine liebsten Nascherein habe ich euch hier verlinkt. 🙂

>> Kochbuch Vegan für Faule

>> Vegane Nuss-Nugat-Creme

>> Vegane Schokolade

8. Vegane Ernährung ist kompliziert

„Es ist nicht so einfach sich vegan zu ernähren. Es gibt viele Dinge die man beachten muss. Wo fängt man da an und wo hört man auf? Die Flut an Informationen erschlägt einen ja förmlich.“

Wer seine Ernährung umstellt, kann wirklich erstmal etwas planlos aus der Wäsche gucken. Wir empfehlen euch die Thematik Schritt für Schritt anzunehmen. Zum Beispiel einfach erstmal den Fleischkonsum zu reduzieren. Oder unsere veganen Rezepte auszutesten. 😉

vegane Ernährung kompliziert

Der nächste Schritt könnte sein, dass ihr die Milch mit Mandelmilch ersetzt. Probiert einfach mal ein bisschen aus und findet heraus, was euch schmeckt. Gibt es vegane Cafés oder Restaurants in der Nähe? Dann schaut doch mal dort vorbei.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen gibt es unzählige Dokus. „What the Health“, „Cowspiracy“ oder „Gabel statt Skalpel“ findet ihr auf Netflix. NutritionFacts ist eine wunderbare Seite, auf der unabhängige Studien zur Ernährung ausgewertet werden.

9. Menschen sind Fleischesser

„Wir sind keine Pflanzenfresser sonders Allesesser. Das hat die Evolution so vorgegeben. Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen. Aus dem Grund ist es Blödsinn, auf Fleisch zu verzichten.“

Die Wissenschaft unterscheidet Fleisch-, Alles- und Pflanzenfresser. Wir gehören per Definition tatsächlich (und etwas überraschend) in die letzte Gruppe. Nach den anatomischen Gegebenheiten zählen Menschen zu den Pflanzenfressern!

Das Gebiss: Fleischfresser haben richtig große und spitze Zähne, um ihre Beute zu reißen. Außerdem können sie den Kiefer nur auf- und abbewegen, um ihre Nahrung zu zerkleinern. Wir hingegen haben mal gerade mickrige Eckzähne. Versucht damit mal eurem Hund ins Bein zu beißen.

Außerdem bewegen wir unseren Kiefer in kreisenden Bewegungen. Damit können wir unsere Nahrung zermahlen. Genauso wie andere Pflanzenfresser: Schaut doch mal Kühen oder Ziegen beim Fresse zu.

vegane Ernährung Fleischfresser

Die Verdauung: Fleischfresser produzieren 10x mehr Salzsäure im Magen. So können auch Nägel und Haare der Beute verdaut werden. Zudem ist der Darm viel kürzer. So kann das Essen schneller ausgeschieden werden und Schadstoffe nicht ins Blut gelangen.

Während der Darm eines Löwen ungefähr der 3fachen Länge des Körpers entspricht, ist es bei Pflanzenfressern und Menschen die 8fache Länge. Jap, wir sind eher Lamm als Löwe. Das ist vielleicht nicht so schön wild, aber immerhin niedlich.

Zudem produzieren Fleischfresser Vitamin C selbst, da sie es nicht aus dem Essen aufnehmen. Bei uns sieht das deutlich anders aus. Ob wir dann nicht Allesfresser sind? Nein! Die sind den Fleischfresser viel ähnlicher als den Pflanzenfressern.

Unser Fazit:

Es ranken sich vielzählige Mythen um das Thema vegane Ernährung. Die meisten von ihnen sind schlicht nicht wahr. Aus dem Grund ist es immer gut, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Und einfach mal eine Woche versuchen ohne tierische Produkte auszukommen. Es ist ein spannendes Experiment, das sich lohnt. Ihr müsst dann ja nicht dauerhaft vegan leben. Zwischendurch mal einen veganen Tag einzulegen, hilft aber ein Gefühl dafür zu entwickeln und neue Rezepte auszuprobieren.