Diese Kräuter sollten auf keinem Balkon fehlen

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Worauf du nicht verzichten solltest: Kräuter auf dem Balkon. Die Gewürzpflanzen bringen nicht nur Geschmack ins Essen, sie sind auch tolle Heilpflanzen. Das sind unsere Top 6.

Deinem Sugo fehlt der letzte Schliff? Das Desser ist irgendwie fad? Und auch das normale Leitungswasser haut dich nicht vom Hocker? Bevor du jetzt in Panik ausbrichst: Schnapp dir eine Schere und hol dir frische Kräuter vom Balkon. Sie machen jedes Gericht zu einem Geschmackserlebnis.

Die kleinen grünen Blätter verleihen unserem Essen aber nicht nur guten Geschmack. Sie peppen unsere Speisen und Getränke auch optisch auf.

Und: Kräuter können noch viel mehr. Die Pflanzen stecken voller Vitamine und wichtiger Nährstoffe.

Und das Beste daran: Man kann Kräuter auf dem Balkon anbauen. Wir haben uns einen kleinen WE GO WILD Kräutergarten angelegt. So schmeckt jedes Gericht noch mal um Welten um besser. Welche unsere Lieblinge sind und auf welche Kräuter du auf keinen Fall verzichten solltest, verraten wir dir hier.

Kräuter auf dem Balkon ziehen

Bevor du mit der Planung startest, musst die Lage deines Balkons auskundschaften. Wie viel Sonne und Licht gibt es auf deinem Balkon? Ist es sehr hell oder doch eher dunkel?

Balkone, die ganz klassisch in den Süden ausgerichtet sind, versprechen am meisten Sonne. Vorausgesetzt sie wird nicht durch Bäume oder andere Gebäude verdeckt.

Wer Kräuter auf dem Süd-Balkon anbaut, hat zwar viel Licht. Gleichzeitig im Sommer aber auch viel Hitze. Das bedeutet: Viel und häufig gießen und düngen. Im Idealfall hast du ein paar schattige Plätzchen auf dem Balkon. Bei zu viel Hitze können deine kleinen Küchenhelfer schnell verbrennen.

Kräuter am Balkon ziehen

Das krasse Gegenteil zum sonnigen und hellen Süd-Balkon ist der Balkon mit Nordausrichtung. Nur weil es bei dir wenig Sonne gibt, musst du aber nicht auf Kräuter verzichten. Wer einen Nord-Balkon hat, sollte am besten früh morgens gießen. So ist die Erde in der Nacht nicht zu nass. Viele Kräuter würden dir Staunässe nicht verzeihen.

Balkone, die zur West- oder Ostseite zeigen sind ideal für ein kleines Kräuterbeet. Wer einen West-Balkon hat, freut sich über Sonneneinstrahlung am Nachmittag und Abend. Das Schatten-Sonne-Verhältnis ist für Kräuter ideal.

Pflanzgefäße und Erde für Kräuter auf dem Balkon

Von kleinen Blumenkisten mit wenigen Zentimetern Tiefe solltest du dich gleich verabschieden. Um gut gedeihen zu können brauchen die meisten Kräuter auf dem Balkon viel und vor allem gute Erde.

Kräuter wie Dill und Liebstöckel lieben es, wenn die Erde tief ist. In flachen Töpfen können sie nur schwer wachsen und werden sehr mickrig.

Bei der Erde greifst du am besten zu Kräutererde. Sie sind meist torffrei und enthalten alle wichtigen Nährstoffe, die deine Pflanzen brauchen.

Wir haben das Glück, dass unser Balkon mit einem Blumenbeet ausgestattet ist. Also: Raus mit der alten Erde und rein mit der Kräutererde.

Und wenn du fleißig gießt, hast du bald viele frische Balkonkräuter, die du wahrscheinlich gar nicht alle essen kannst. Was du daraus machen kannst, ist leckeres Kräutersalz.

Diese Kräuter dürfen auf keinem Balkon fehlen:

  1. Basilikum auf dem Balkon

    Basilikum ist in der mediterranen Küche unverzichtbar. Der kleine Leckerbissen liebt Sonne und Licht. Je mehr Sonnenstrahlen die grünen Blätter abbekommen, desto aromatischer werden sie. Die Spitzen der Triebe sollten regelmäßig abgeschnitten werden – so wird der Basilikum schön buschig.
    Wenn du die Pflanze kaufst, solltest du die Ballen teilen. Setze dann immer 2-3 Pflanzen zusammen. So kann der Basilikum am besten gedeihen. Im Herbst musst du dich von deiner Pflanze verabschieden. Basilikum verträgt keine kalten Temperaturen. Fällt das Thermometer unter 5° Celsius werden die Blätter gelb und die Pflanze gibt den Geist auf.
    Basilikum Kräuter am Balkon anpflanzen

    Basilikum als Gewürz- und Heilpflanze

    Das mediterrane Kraut enthält viele Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine. Du findest darin Calcium, Eisen, Mangan, Kupfer und Vitamin K und C.
    Basilikum ist keine typische Arzneipflanze. Seine Heilwirkung ist nicht sehr stark ausgeprägt. Trotzdem kommen die Blätter in der Volksheilkunden bei Stress, Entzündungen, Verdauungsproblemen, Magenbeschwerden, Schlafstörungen, Migräne, Regelschmerzen, Halsschmerzen, Hautkrankheiten und Gelenksschmerzen zum Einsatz.
    Die heilende Wirkung stammt aus den ätherischen Ölen des Basilikums. Du findest darin Linalool, Citral und Eugenol. Diese Öle wirken entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzstillend und angeblich sogar krebsfeindlich.

    Basilikum in der Küche

    Für den Einsatz auf Pizza, Pasta und Co solltest du nicht nur einzelne Blätter ernten, sondern Triebe. Der beste Zeitpunkt für die Ernte ist übrigens gekommen, wenn du bis kurz vor der Blüte wartest. Streue die frischen Blätter über dein Essen. Wenn du den Basilikum mitkochst, verliert er seinen Geschmack.
    Basilikumblätter lassen nur schwer trocknen. Im trockenen Zustand verlieren sie ihr Aroma. Viel besser sind sie in der Kühltruhe aufgehoben. Hier am besten ungehackt als einzelne Blätter.

  2. Schnittlauch auf dem Balkon

    Eine Suppe ohne Schnittlauch schmeckt nur halb so gut. Die grünen Halme können aber auch einfach auf ein Butterbrot gelegt werden. Ein wenig salzen und schon hast du einen gesunden Snack.
    Schnittlauch liebt es sonnig. Er verträgt aber auch Halbschatten vorausgesetzt er kann dort ein paar Sonnenstrahlen erhaschen. Schnittlauch ist sehr pflegeleicht und das ideale Kraut für Anfänger. Das leicht scharfe Kraut kommt mit jedem Boden zurecht – achte nur darauf, dass es nicht zu nass oder trocken ist. Im Herbst und Winter sterben die grünen Halme ab. Wenn die Temperatur nicht unter -25° Celsius fällt, kannst du dich im nächsten Frühjahr über frischen Schnittlauch freuen.
    Im frühen Sommer, wenn er besonders aromatisch ist, kannst du ihn ganz abschneiden und einfrieren. Er wird innerhalb weniger Tage wieder neu austreiben. So hast du auch später im Herbst und Winter was von deinen Kräutern auf dem Balkon.

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    Schnittlauch als Heil- und Gewürzpflanze

    Die grünen Halme verfügen über viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Du findest darin Vitamin A, C, K, B, Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium.
    Dem Schnittlauch werden auch heilende Wirkungen nachgesagt. Er hilft gegen: Frühjahrsmüdigkeit, Blähungen, Husten, Gicht, hohen Blutdruck und Mageproblemen. Schnittlauch wirkt appetitanregend, harntreibend und schleimlösend.

    Schnittlauch in der Küche

    Tob dich ruhig aus. Schnittlauch passt toll zu Suppen, Salaten, Eierspeisen, Quark, Soßen oder einfach mit ein wenig Salz aufs Butterbrot. Am besten genießt man ihn frisch. Aber auch tiefgekühlt verliert Schnittlauch seinen Geschmack nicht. Getrocknet wird er allerdings schnell langweilig. Auch an Optik büßt er dann ein.

  3. Liebstöckel auf dem Balkon

    Wer Kräuter auf dem Balkon zieht, sollte unbedingt Platz für Liebstöckel lassen. Das aromatische Suppen-Kraut schmeckt ähnlich wie Sellerie und ist sehr würzig. Das Kraut liebt nährstoffreiche Böden. Liebstöckel wird auch Maggikraut genannt und braucht die Möglichkeit sich in die Tiefe ausbreiten zu können. In einem kleinen Topf wird das leckere Kraut nicht glücklich werden.
    Liebstöckel ist winterhart und im Frühling eines der ersten Kräuter, das aus dem Boden schaut. Maggikraut liebt volle Sonne oder sehr hellen Halbschatten.
    Kräuter am Balkon Liebstöckel Maggikraut
    Liebstöckel als Heilpflanze

    Früher galt Liebstöckel als Liebespflanze. Man meinte, dass das Magikraut zu unkeuschen Gelüsten führte.
    Liebstöckel enthält viele ätherische Öle, Vitamin B, C, Kalzium, Eisen, Kalium und Magnesium.
    Aus den Wurzeln und Samen des Liebstöckels lassen sich Tees und Tinkturen herstellen, die bei Verdauungsproblemen wie Blähungen und Verstopfungen helfen. Präparate mit Maggikraut sollen die Verdauungsorgane stärken, harntreibend wirken und den Stoffwechsel ankurbeln. Liebstöckelextrakte sind auch in vielen Mitteln gegen Menstruationsschmerzen zu finden. Das Kraut wirkt hier krampflösend.

    Liebstöckel in der Küche

    Das würze Aroma des Maggikrauts passt gut zu Suppen, Soßen und Salaten. Man kann es auch für Gemüse-, Fleisch- und Fischgerichte verwenden. Ernte Liebstöckel bevor er zu blühen beginnt. Er kann danach bitter werden. Trocknet man ihn ein, verliert er einen großen Teil des Geschmacks. Am besten isst du ihn frisch oder frierst ihn einfach ein.

  4. Petersilie auf dem Balkon

    Petersilie ist wohl das bekannteste Gewürzkraut. Sie wird in der deutschen und österreichischen Küche am häufigsten eingesetzt. Das liegt dran, dass sie leicht anzubauen ist und auch auf dem Balkon problemlos wächst.
    Gekräuselt oder glatt – du hast die Wahl. Die glatten Blätter sind ein wenig intensiver im Geschmack. Die gekräuselten sehen optisch besser aus. Die Petersilie wächst vom Frühjahr bis in den Spätherbst.
    Petersilie gedeiht am besten in halbschattiger Lage. Pralle Sonne kann die Blätter verbrennen. Petersilie braucht viel Wasser. Mit ein wenig Glück treibt die Pflanze nach dem Winter wieder aus.

    Petersilie als Heilpflanze

    Kaum eine andere Obst-, Gemüse- oder Kräutersorte ist so reich an Vitamin C. Ein Bund hat 4x so viel Vitamin C wie ein halbes Kilogramm Orangen. Frische Petersilie enthält auch viel Vitamin E und A. Das unterstützt das Immunsystem und schützt vor Zellalterung. Außerdem steckt in der Petersilie Eisen und Kalzium. Petersilie ist verdauungsfördernd und harntreibend.

    Petersilie in der Küche

    Die Petersilie ist eine zweijährige Pflanze. Im zweiten Jahr beginnt sie zu blühen. Am besten erntet man sie bis zu diesem Zeitpunkt. Während und nach der Blüte verändert sich der Geschmack des Krauts. Dann kannst du die Wurzeln ernten. Petersilienwurzeln dürfen in keiner guten Suppenmischung fehlen.
    Das Kraut verwendest du frisch – also ungekocht – für Soßen, Fleisch- Fisch-, Nudel- und Kartoffelgerichte. In Suppen wird es einfach mitgekocht. Auch hier gilt: Am besten schmeckt das Kraut frisch oder tiefgefroren.

  5. Minze auf dem Balkon

    Sie darf in erfrischenden Drinks nicht fehlen. Die wunderbar aromatische und gesunde Pflanze peppt jedes Getränk optisch auf. Minze enthält eine Menge Menthol, das hinterlässt ein angenehm kühles Gefühl im Mund. Rund um den Globus gibt es 20 unterschiedliche Minze-Arten. Das reicht von der klassischen Pfefferminze bis hin zu Erdbeerminze.
    Achtung: Wer eines dieser Kräuter auf dem Balkon anbaut, sollte unbedingt eine Wurzelsperre einrichten oder die Minze in einen separaten Topf pflanzen. Es gibt nämlich kaum eine Pflanze, die so wuchert und sich so schnell vermehrt wie Minze.

    Minze Kräuter am Balkon

    Pfefferminze als Heilpflanze

    Zu Recht gilt dieses Kraut als Allrounder. Sie besitzt antibakterielle Eigenschaften und stoppt das Wachstum von Bakterien. Vor allem bei Magen- und Darmproblemen ist Pfefferminze beliebt. Minze wird auch Atemwegserkrankungen eingesetzt, hilft gegen Kopfschmerzen und sorgt für einen frischen Atem. In Minze findest du und das ätherische Öl Menthol. Dieses Öl wirkt krampflösend, beruhigend und schmerzlindernd.
    In Minze stecken die Vitamin A, C, E und K. Außerdem eine Menge Mineralstoffe: Kalium, Kalzium, Eisen, Mangan und Magnesium.

    Minze in der Küche

    Bei uns kommt sie vor allem bei Desserts, Tees und in Getränken zum Einsatz. In Asien landet sie auch oft in Currys, Chutneys, Fleisch und Nudel- oder Reisgerichten.

  6. Kerbel auf dem Balkon

    Unser Schlusslicht der Kräuter auf dem Balkon, die du unbedingt haben musst, ist Kerbel.
    Kerbel wird häufig als Suppenkraut bezeichnet. Das verrät auch schon die häufigste Verwendung des Würzkrauts, das schon die alten Römer und Griechen kannten. Das Kraut ist übrigens eines der ersten frischen Kräuter im Frühling.
    Unser frischer Kerbel ist leider der Sonne zum Opfer gefallen. Das nächste Mal bekommt er einen halbschattigen Platz. Die Sonne verbrennt die Blätter des Gewürzkrauts.

    Kräuter auf dem Balkon Kerbel

    Kerbel als Heilpflanze

    Kerbelkraut wird nur selten als Heilpflanze genannt. Dabei hat er es ziemlich drauf: Kerbel wirkt harn– und schweißtreibend und kann daher unterstützend bei Diäten zum Einsatz kommen. Kerbel ist auch schleimlösend und wird bei Fieber und Schlafstörungen eingesetzt. Außerdem entgiftet er den Körper, regt Nieren und Leber an, reguliert die Verdauung und vertreibt Juckreiz bei frischen Insektenstichen.
    In Kerbel findest du viel Magnesium, Eisen, Kalzium und Zink. Außerdem stecken Vitamin B, C, E und K in den grünen Blättern.

    Kerbel in der Küche

    Kerbel ist ein sehr beliebtes Küchenkraut und kommt vor allem bei Suppen und Soßen zum Einsatz. Das Kraut hat einen leicht pfeffrigen und sehr aromatischen Geschmack. Es erinnert ein wenig an Fenchel. Kerbel ist aber auch ein tolles Würzkraut für das Verfeinern von Quark, Frischkäse und für Kräuterbutter. Am besten vor der Blüte verspeisen – danach verlieren die Blätter nämlich ihren Geschmack.
    Tipp: Versuch mal Kartoffeln mit Kerbel und Salz. Schmeckt super lecker!

Unser Fazit:

Tob dich aus und versuche einfach verschiedene Kräuter auf dem Balkon aus. Scharf, herb, würzig, süßlich – der Geschmacksvielfalt sind keine Grenzen gesetzt. Gewürzkräuter verschönern und verfeinern nicht nur unsere Gerichte, sie sind auch wahre Vitaminbomben.

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Lydia
Lydia ist großer Fitness- und Sportfan. Wenn sie nicht gerade sportelt, ist sie im Garten oder bei ihrer Schmusekatze Paula zu finden.